Seit 1968 im TeppichhandelWertgutachten meist innerhalb eines TagesAktiv in allen Bundesländern
Provenienz · Kirman

Kirman-Teppich: blumig, farbenreich – und was er heute wert ist.

Kirman-Teppiche, auch Kerman geschrieben, stammen aus der gleichnamigen Stadt im Südosten Irans und sind für ihre floralen Muster und ihre reiche Farbpalette bekannt. Viele kamen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den Westen. Hier lesen Sie, woran Sie einen Kirman erkennen und was seinen Wert bestimmt.

Von den Teppichexperten bei Teppichbewertung.de · seit 1968 im Teppichhandel · Stand: 25.10.2026

Wert meines Teppichs ermitteln
Orientteppich mit Blütenmuster und Fransen
Auf einen Blick
  • Kirman-Teppiche kommen aus der Stadt Kerman und ihrem Umland im Südosten Irans.
  • Typisch sind geschwungene Blumenmuster, eine große Farbvielfalt, der asymmetrische Knoten und ein Grundgewebe aus Baumwolle.
  • Ältere, feine Stücke wie Lavar-Kirman werden ganz anders gehandelt als die zahlreichen Exportteppiche des 20. Jahrhunderts.
  • Unser Wertgutachten nennt den Marktwert als realistische Preisspanne und den Wiederbeschaffungswert.
Inhalt
  1. Was ist ein Kirman-Teppich?
  2. Woran erkenne ich einen Kirman-Teppich?
  3. Welche Qualitäten und Bezeichnungen gibt es?
  4. Welche Faktoren bestimmen den Wert eines Kirman-Teppichs?
  5. Wie ist die Marktlage für Kirman-Teppiche?
  6. Echt oder Nachahmung: Woran erkennt man das?
  7. Pflege und Zustand: Was erhält den Wert?
  8. Kirman-Teppich verkaufen oder versichern – so gehen Sie vor

Was ist ein Kirman-Teppich?

Ein Kirman-Teppich ist ein handgeknüpfter Teppich aus der Stadt Kerman und ihrer Umgebung im Südosten Irans. Im Handel steht der Name vor allem für Stadtteppiche mit fein gezeichneten, geschwungenen Blumenmustern, oft mit Medaillon, und einer ungewöhnlich breiten Farbpalette.

Kerman ist eines der alten Zentren der persischen Teppichkunst. Fachleute verbinden mit der Stadt unter anderem die sogenannten Vasenteppiche des 16. und 17. Jahrhunderts, die heute in Museen zu sehen sind. Im 19. Jahrhundert war Kerman zudem für seine gewebten Schals bekannt, deren Muster auch in die Teppiche einflossen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Kerman zu einem der wichtigsten Teppichzentren Irans. Westliche, vor allem amerikanische Firmen ließen dort in großem Umfang für den Export knüpfen. Deshalb gibt es heute viele Kirman-Teppiche aus dieser Zeit – und eine große Spanne an Qualitäten.

Woran erkenne ich einen Kirman-Teppich?

Einen Kirman erkennen Sie meist an seinen weich geschwungenen Blüten- und Rankenmustern, an fein abgestuften Farben und an einer gleichmäßigen, eher feinen Knüpfung. Im Vergleich zu Dorfteppichen wirkt er elegant, fast wie gemalt.

  • Muster: Häufig ein zentrales Medaillon mit Eckstücken auf einem Feld aus Blumen und Ranken. Ebenso verbreitet sind durchgehende Blütenmuster sowie Vasen-, Baum- und Gartenmotive; ein beliebtes Motiv ist die Rose. Daneben gibt es Bildteppiche mit Figuren, Landschaften oder Szenen nach Gemälden.
  • Farben: Kirman-Teppiche sind für ihre Farbvielfalt bekannt, von Elfenbein, Blau und Rot bis zu Gold-, Safran- und Magentatönen. Viele Stücke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben einen hellen Fond mit zarten Pastelltönen wie Rosa und Hellblau. Der Fond ist die Grundfläche des Innenfelds.
  • Knoten: Geknüpft wird mit dem asymmetrischen, persischen Knoten.
  • Material: Flor aus Wolle, Kette und Schuss – die Längs- und Querfäden des Grundgewebes – in der Regel aus Baumwolle. Seltener kommen Stücke mit Seidenflor oder Seidenanteil vor.
  • Flor: Bei älteren, feinen Stücken eher kurz geschoren. Viele Teppiche, die ab etwa den 1920er-Jahren für den amerikanischen Markt entstanden, haben einen dickeren Flor.
  • Formate: Viele große Raumformate, daneben kleinere Stücke, im Handel „Brücken“ genannt, und Läufer.

Auf der Rückseite zeigt ein Kirman das Muster sauber und detailreich. Die Knoten sind fein und gleichmäßig, die geschwungenen Konturen gut zu erkennen. Leichte Unregelmäßigkeiten sind bei Handarbeit normal und kein Fehler.

Typische Fehler bei der Einordnung

  • Jeden hellen Teppich mit Blumenmuster für einen Kirman halten. Florale Stadtteppiche gibt es auch aus Isfahan, Täbris oder Keshan – und als Nachknüpfungen aus anderen Ländern.
  • Aus dem Alter allein auf einen hohen Wert schließen. Viele Kirman-Teppiche aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden in großer Zahl für den Export geknüpft.
  • Die Bezeichnung „Lavar“ auf einem Etikett oder in einer Rechnung als sicheren Qualitätsbeleg nehmen.
  • Die Maße schätzen statt messen: Für die Bewertung zählen Länge und Breite ohne Fransen.

Welche Qualitäten und Bezeichnungen gibt es?

Unter dem Namen Kirman fasst der Handel Teppiche aus mehreren Jahrhunderten und sehr unterschiedlicher Feinheit zusammen. Einige Bezeichnungen begegnen Ihnen besonders häufig:

  • Kirman oder Kerman: Beide Schreibweisen sind gebräuchlich und meinen dieselbe Stadt und Region.
  • Lavar-Kirman: Bezeichnung für Teppiche aus dem Ort Ravar in der Provinz Kerman; „Lavar“ ist eine im Handel verbreitete Form dieses Namens. Gemeint sind meist ältere Stücke, vor allem aus dem 19. Jahrhundert, mit sehr feiner Knüpfung, kurzem Flor und klassischer Zeichnung. Manche tragen eine eingeknüpfte Signatur. Gut erhaltene alte Lavar-Kirman gehören zu den gesuchten Stücken; der Name wird aber auch für neuere Teppiche verwendet.
  • Kirman aus der Exportzeit: Teppiche aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, oft in Pastelltönen, mit dickerem Flor und weniger dichter Zeichnung, gefertigt nach den Wünschen westlicher Käufer. Im englischsprachigen Handel heißen sie häufig „American Kirman“.
  • Neuere Kirman-Teppiche: Auch heute wird in der Region geknüpft. Die Qualität reicht von einfachen Gebrauchsteppichen bis zu feinen Stücken.

Die Zuordnung ist im Handel nicht einheitlich. Entscheidend ist, was der Teppich tatsächlich zeigt: Feinheit, Zeichnung, Farben, Alter und Zustand.

Welche Faktoren bestimmen den Wert eines Kirman-Teppichs?

Beim Kirman zählen vor allem Alter, Feinheit, Zeichnung und Zustand. Ein feiner, gut erhaltener Teppich aus dem 19. Jahrhundert wird ganz anders gehandelt als ein Gebrauchsteppich aus späterer Exportproduktion.

  1. Alter und Epoche: Ältere Stücke, vor allem aus dem 19. Jahrhundert und um 1900, sind gefragter als spätere Exportware. Im Handel gelten Teppiche meist ab etwa 100 Jahren als antik.
  2. Feinheit der Knüpfung: Eine feine Knüpfung erlaubt eine detailreiche Zeichnung und ist beim Kirman ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Wie Sie die Knoten selbst zählen, erklärt der Ratgeber Knotendichte bestimmen.
  3. Farben: Harmonische, klare Farben sind geschätzt. Ausgeblichene, ausgeblutete oder nachgefärbte Bereiche mindern den Wert.
  4. Zeichnung: Eine ausgewogene, sauber ausgeführte Komposition – ob Medaillon, Vasenmuster oder Bildteppich – spricht Käufer an.
  5. Zustand: Abgelaufener Flor, Mottenschäden, Löcher, beschädigte Kanten und fehlende Fransen senken den Wert. Bei kurz geschorenen alten Stücken fällt jede Abnutzung stärker ins Gewicht.
  6. Größe: Gängige Wohnformate sind leichter verkäuflich als sehr große oder ungewöhnliche Maße.
  7. Restaurierungen: Fachgerechte Reparaturen sind meist unproblematisch, unsaubere Flickstellen oder nachgefärbte Bereiche dagegen ein Minus.

Ob Sie verkaufen oder versichern, macht einen Unterschied. Der Marktwert ist der Preis, den Ihr Teppich heute beim Verkauf realistisch erzielt, der Wiederbeschaffungswert der Preis eines vergleichbaren Teppichs heute im Fachhandel – maßgeblich für die Hausratversicherung. Allgemeine Hintergründe finden Sie im Ratgeber Was ist mein Perserteppich wert?

Erst den Wert kennen: Drei Fotos senden und beauftragen – Ihr Wertgutachten als PDF mit Steckbrief, Marktwert als Preisspanne, Wiederbeschaffungswert und Empfehlung erhalten Sie meist innerhalb eines Tages. Festpreis 99 € je Teppich, anschließend auf Wunsch kostenlose Vermittlung an Käufer.

Wie ist die Marktlage für Kirman-Teppiche?

Feine ältere Kirman-Teppiche, insbesondere gut erhaltene Stücke aus dem 19. Jahrhundert, finden bei Sammlern und Einrichtern Interesse. Teppiche aus der späteren Exportproduktion sind dagegen auf dem Gebrauchtmarkt zahlreich vorhanden; entsprechend zurückhaltender ist die Nachfrage.

Zwei Dinge sollten Sie wissen: Händler und Ankäufer bieten in der Regel weniger, weil sie selbst weiterverkaufen müssen. Und ein alter Kaufbeleg hilft nur begrenzt weiter, denn der Preis von damals sagt wenig über den Wert von heute.

Echt oder Nachahmung: Woran erkennt man das?

Kirman-Muster werden in mehreren Ländern nachgeknüpft und auch maschinell gewebt. Der Name „Kirman“ bezeichnet im Handel deshalb manchmal eher einen Stil als eine Herkunft.

Verbreitet sind zum Beispiel handgeknüpfte Teppiche im Kirman-Design aus Indien. Sie sind solide Gebrauchsteppiche, werden aber in der Regel anders bewertet als ein Teppich aus Kerman; mehr dazu im Ratgeber Indo-Teppich. Diese Punkte helfen bei einer ersten Einordnung:

  • Rückseite: Handgeknüpfte Teppiche zeigen das Muster auf der Rückseite deutlich, die Knoten sind leicht unregelmäßig. Ein vollkommen gleichmäßiges Raster oder eine Beschichtung sprechen für Maschinenware.
  • Fransen: Echte Fransen sind die Enden der Kettfäden. Angenähte Fransen sind ein Warnzeichen.
  • Glanz: Stark glänzende Partien können auf Seide hinweisen, aber auch auf merzerisierte, also chemisch auf Glanz behandelte Baumwolle oder auf Kunstseide (meist Viskose).
  • Etikett: „Kirman“ auf dem Etikett ist zunächst ein Mustername. Angaben zum Herstellungsland helfen bei der Einordnung, ersetzen aber keine Prüfung.

Ob ein Teppich ein alter Kirman, eine spätere Exportqualität oder ein Stück im Kirman-Design ist, lässt sich ohne Erfahrung kaum sicher beurteilen. Weitere Hinweise finden Sie im Ratgeber echten Perserteppich erkennen.

Pflege und Zustand: Was erhält den Wert?

Ein Kirman behält seinen Wert am besten, wenn er regelmäßig gepflegt und vor Motten, Feuchtigkeit und starker Sonne geschützt wird. Helle Pastelltöne zeigen Schmutz und Ausbleichen besonders deutlich.

  • Regelmäßig in Florrichtung saugen, also in der Richtung, in der der Flor glatt liegt, und gelegentlich auch die Rückseite absaugen.
  • Direkte Sonne vermeiden und den Teppich ab und zu drehen, damit er gleichmäßig ausbleicht.
  • Flüssigkeiten umgehend mit einem saugfähigen Tuch abtupfen, nicht reiben. Bei Seide oder Seidenanteil kein Wasser verwenden; hartnäckige Flecken gehören in eine Fachwäscherei.
  • Für die Wäsche einen Fachbetrieb wählen; keine Haushalts- oder Dampfreiniger verwenden.
  • Kanten und Fransen frühzeitig sichern lassen, bevor kleine Schäden größer werden.

Vor einem Verkauf gilt: Absaugen und Lüften genügen meist. Bei wertvollen, stark verschmutzten Teppichen kann eine fachgerechte Teppichwäsche sinnvoll sein – ob sie sich lohnt, steht in der Empfehlung Ihres Wertgutachtens.

Kirman-Teppich verkaufen oder versichern – so gehen Sie vor

Klären Sie zuerst, ob Sie verkaufen, versichern oder ein Erbe aufteilen möchten – davon hängt ab, welcher Wert für Sie zählt. Weitere Tipps für den Verkauf finden Sie im Ratgeber Orientteppich verkaufen.

  1. Fotos machen: die ganze Vorderseite, die ganze Rückseite und eine Nahaufnahme der Knoten auf der Rückseite (etwa 10 × 10 cm, gern mit Lineal daneben). Das geht auch mit dem Handy.
  2. Maße notieren: Länge und Breite ohne Fransen.
  3. Signatur und Etikett fotografieren: Hat Ihr Teppich eine eingeknüpfte Signatur oder ein Etikett, machen Sie auch davon ein Foto und laden Sie es über denselben Link hoch.
  4. Bewertung beauftragen: Unsere Onlinebewertung kostet 99 € Festpreis je Teppich inkl. MwSt. Ihr Wertgutachten als PDF enthält einen Steckbrief mit Herkunft, Alter, Knüpfart und geschätzter Knotendichte, Material, Design und Muster, dazu Zustand, Marktwert als realistische Preisspanne, Wiederbeschaffungswert und eine Empfehlung – für den Verkauf mit Preisempfehlung und fertigem Inseratstext.
  5. Nächste Schritte entscheiden: Auf Wunsch vermitteln wir Ihren Teppich kostenlos an Käufer aus unserem Netzwerk und helfen beim Inserieren – ohne Provision.

Nach Eingang prüfen wir Ihre Fotos; fehlt etwas, melden wir uns. Ihr Wertgutachten erhalten Sie meist innerhalb eines Tages per E-Mail. Bei sehr feinen, antiken oder seidenen Stücken kann danach ein Termin vor Ort sinnvoll sein; diesen stimmen wir per E-Mail mit Ihnen ab. Die Vor-Ort-Bewertung kostet zusätzlich 149 €.

Unser Wertgutachten ist eine fachkundige Bewertung erfahrener Teppichhändler, kein Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen. Für Verkauf und die Einigung unter Erben ist es eine gute Grundlage; ob eine Versicherung, ein Finanzamt oder ein Gericht es anerkennt, entscheiden diese im Einzelfall.

Möchten Sie wissen, was Ihr Kirman heute wert ist? Bewertung starten – drei Fotos, 99 € Festpreis je Teppich.

Von unseren Teppichexperten

Inhabergeführtes Hamburger Familienunternehmen, seit 1968 im Teppichhandel. Spezialisiert auf Orient- und Perserteppiche – wir bewerten Teppiche jeder Art, unabhängig und nachvollziehbar.

5,0 von 5 · 36 Google-Bewertungenfür unser Hamburger Fachgeschäft · Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Was ist ein Kirman-Teppich wert?

Das hängt vor allem von Alter, Feinheit, Zeichnung und Zustand ab. Eine Pauschale pro Quadratmeter gibt es nicht; feine ältere Stücke werden deutlich höher gehandelt als spätere Exportware oder Teppiche im Kirman-Design.

Kirman oder Kerman – was ist richtig?

Beide Schreibweisen sind gebräuchlich und meinen dieselbe Stadt und Region im Südosten Irans.

Was ist ein Lavar-Kirman?

So heißen Teppiche aus dem Ort Ravar bei Kerman, meist ältere, sehr fein geknüpfte Stücke mit klassischer Zeichnung. Der Name wird nicht immer einheitlich verwendet, deshalb lohnt eine fachliche Prüfung.

Was ist ein American Kirman?

So nennt der englischsprachige Handel Kirman-Teppiche aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die für den amerikanischen Markt geknüpft wurden. Sie haben oft Pastelltöne und einen dickeren Flor und wurden in großer Zahl hergestellt.

Woran erkenne ich, ob mein Kirman antik ist?

Im Handel gelten Teppiche meist ab etwa 100 Jahren als antik. Das Alter lässt sich an Farben, Wolle, Machart und Abnutzung abschätzen; dafür braucht es allerdings Erfahrung.

Ist mein Kirman aus Seide?

Die meisten Kirman-Teppiche haben einen Flor aus Wolle; Stücke mit Seide sind seltener. Glanz allein ist kein Beweis, denn auch merzerisierte Baumwolle oder Kunstseide (meist Viskose) glänzt. Die Nahaufnahme der Knoten auf der Rückseite hilft bei der Einordnung.

Helfen Sie mir beim Verkauf meines Kirman?

Ja, auf Wunsch vermitteln wir ihn kostenlos an Käufer aus unserem Netzwerk und helfen beim Inserieren, ohne Provision. Unsere Bewertung hängt nicht davon ab, ob und an wen Sie verkaufen.

Erst den Wert kennen. Dann entscheiden.

Bewertung starten