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Ratgeber · Knotendichte

Knotendichte bestimmen: So zählen Sie die Knoten.

Mit einem Lineal und etwas Geduld können Sie die Knotendichte Ihres Teppichs selbst ermitteln. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie zählen und rechnen, welche Fehler häufig passieren und was die Zahl über den Wert aussagt – und was nicht.

Von den Teppichexperten bei Teppichbewertung.de · seit 1968 im Teppichhandel · Stand: 23.10.2026

Wert vor dem Verkauf ermitteln
Rückseite eines handgeknüpften Teppichs mit sichtbaren Knotenreihen
Auf einen Blick
  • Gezählt wird auf der Rückseite: Knoten auf 10 cm Breite mal Reihen auf 10 cm Länge ergibt Knoten pro dm².
  • Mal 100 ergibt die Knoten pro m², die im Handel übliche Angabe.
  • Häufige Fehler: doppelt gezählte Knoten, nur eine Richtung gezählt, Jufti-Knoten übersehen.
  • Die Knotendichte ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal, entscheidet aber nicht allein über den Wert.
Inhalt
  1. Was ist die Knotendichte?
  2. Was brauchen Sie zum Zählen?
  3. Wie zählen Sie die Knoten? Schritt für Schritt
  4. Rechenbeispiel: von der Zählung zur Knotenzahl
  5. Welche Fehler passieren beim Zählen häufig?
  6. In welchen Einheiten wird die Knotendichte angegeben?
  7. Wie wichtig ist die Knotendichte für den Wert?
  8. Wie hilft ein Foto der Rückseite bei der Bewertung?

Was ist die Knotendichte?

Die Knotendichte gibt an, wie viele Knoten auf einer bestimmten Fläche eines handgeknüpften Teppichs sitzen – im deutschsprachigen Handel meist als Knoten pro Quadratmeter. Je höher die Zahl, desto feiner ist der Teppich geknüpft.

Bei einem handgeknüpften Teppich wird jeder Knoten einzeln um die Kettfäden geschlungen. Kettfäden sind die längs verlaufenden Grundfäden, deren Enden die Fransen bilden. Nach jeder Knotenreihe werden Schussfäden quer eingetragen, die die Reihe fixieren. Wie eng Kettfäden und Knotenreihen beieinanderliegen, bestimmt die Knotendichte.

Eine hohe Knotendichte bedeutet mehr Arbeitszeit und erlaubt feinere, detailreichere Muster. Deshalb ist sie ein wichtiges Qualitätsmerkmal – aber, wie weiter unten erklärt, nicht das einzige.

Was brauchen Sie zum Zählen?

Sie brauchen ein Lineal mit Zentimeterskala, gutes Licht und einen spitzen Gegenstand, mit dem Sie beim Zählen von Knoten zu Knoten gehen.

  • Lineal: Ein starres Lineal ist genauer als ein Maßband, weil es nicht verrutscht.
  • Zeiger: eine Stricknadel, ein Zahnstocher oder eine Bleistiftspitze, um Knoten für Knoten weiterzuzählen.
  • Licht: Tageslicht oder eine helle Lampe, die schräg von der Seite scheint, damit die Knoten Schatten werfen.
  • Optional: eine Lupe oder das Handy. Ein Foto mit angelegtem Lineal lässt sich vergrößern, und darauf zählt es sich oft leichter.
  • Zettel und Stift: für die Zwischenergebnisse.

Wie zählen Sie die Knoten? Schritt für Schritt

Sie zählen auf der Rückseite die Knoten in einer Reihe auf 10 cm Breite und die Knotenreihen auf 10 cm Länge und multiplizieren beide Zahlen. Das Ergebnis sind die Knoten pro Quadratdezimeter; mal 100 ergibt die Knoten pro Quadratmeter.

  1. Teppich umdrehen: Legen Sie den Teppich mit der Rückseite nach oben flach hin. Dort sind die Knoten als kleine, regelmäßige Erhebungen zu sehen, und der Flor stört nicht.
  2. Geeignete Stelle wählen: Nehmen Sie eine Stelle mit gut erkennbaren Knoten, möglichst in der Fläche und nicht direkt am Rand oder an einer reparierten Stelle.
  3. Knoten in der Breite zählen: Legen Sie das Lineal quer, also parallel zu den Fransenenden, und zählen Sie die Knoten einer Reihe auf 10 cm. Notieren Sie die Zahl.
  4. Reihen in der Länge zählen: Legen Sie das Lineal längs, also in Richtung der Fransen, und zählen Sie die Knotenreihen auf 10 cm. Beginnen Sie am selben Punkt wie in Schritt 3 und notieren Sie auch diese Zahl.
  5. Multiplizieren: Knoten in der Breite mal Reihen in der Länge ergibt die Knoten pro Quadratdezimeter, also auf einer Fläche von 10 × 10 cm.
  6. Auf den Quadratmeter umrechnen: Ein Quadratmeter hat 100 Quadratdezimeter. Multiplizieren Sie das Ergebnis deshalb mit 100.
  7. Gegenprobe machen: Zählen Sie an einer zweiten Stelle noch einmal. Weichen die Ergebnisse stark voneinander ab, hat sich vermutlich ein Zählfehler eingeschlichen.

Ist Ihnen das Zählen auf 10 cm zu mühsam, können Sie auch auf 5 cm zählen und die Zahl jeweils verdoppeln. Je kürzer die Strecke, desto stärker wirkt sich allerdings jeder Zählfehler aus.

Rechenbeispiel: von der Zählung zur Knotenzahl

Angenommen, Sie zählen auf 10 cm Breite 40 Knoten und auf 10 cm Länge 45 Knotenreihen. Dann rechnen Sie so:

  • 40 Knoten × 45 Reihen = 1.800 Knoten pro Quadratdezimeter
  • 1.800 × 100 = 180.000 Knoten pro Quadratmeter

Bei einem Teppich von 2 × 3 Metern, also 6 Quadratmetern, wären das rechnerisch 1.080.000 Knoten – jeder einzeln von Hand geknüpft. Die Zahl macht greifbar, wie viel Arbeit in einem handgeknüpften Teppich steckt.

Das Beispiel dient nur der Rechnung. Was eine bestimmte Knotendichte für den Wert Ihres Teppichs bedeutet, hängt von vielen weiteren Faktoren ab.

Erst den Wert kennen: Drei Fotos senden und beauftragen – die Ersteinschätzung kommt tagsüber innerhalb weniger Stunden, Ihr schriftliches Wertgutachten mit Marktwert und Wiederbeschaffungswert meist innerhalb eines Tages. Festpreis 99 €, anschließend auf Wunsch kostenlose Vermittlung an Käufer.

Welche Fehler passieren beim Zählen häufig?

Die häufigsten Fehler sind doppelt gezählte Knoten, eine nur in einer Richtung gezählte Dichte und übersehene Jufti-Knoten. Wer sie kennt, kommt zu einem deutlich verlässlicheren Ergebnis.

Ein Knoten, zwei Erhebungen

Ein Knoten wird um zwei Kettfäden geschlungen. Je nach Knotenart und Knüpfweise erscheint er auf der Rückseite deshalb oft als zwei kleine Erhebungen nebeneinander. Wer in der Breite jede Erhebung einzeln zählt, kommt leicht auf die doppelte Knotenzahl. Achten Sie darauf, ob die Erhebungen paarweise zusammengehören; im Zweifel zählen Sie die Paare.

Nur eine Richtung gezählt

Die Zahl der Knoten in der Breite und die Zahl der Reihen in der Länge sind oft nicht gleich. Viele Teppiche sind in einer Richtung dichter geknüpft als in der anderen; dieses Verhältnis hängt unter anderem von der Stärke der Kett- und Schussfäden ab. Wer nur eine Richtung zählt und die Zahl quadriert, liegt deshalb leicht daneben. Zählen Sie immer beide Richtungen.

Jufti-Knoten

Beim Jufti-Knoten wird ein Knoten über vier statt über zwei Kettfäden geknüpft. Das spart Arbeit, halbiert aber die tatsächliche Knotenzahl und macht den Flor weniger dicht. Auf der Rückseite wirken solche Knoten breiter. Wer aus der Zahl der Kettfäden auf die Knotenzahl schließt, überschätzt die Dichte bei Jufti-Teppichen deutlich. Für Laien ist ein Jufti-Knoten allerdings oft schwer zu erkennen.

Weitere Stolperfallen

  • Messen am Rand: Kanten sowie Anfang und Ende des Teppichs sind oft anders gearbeitet als die Fläche.
  • Reparierte Stellen: Nachgeknüpfte Partien können eine andere Dichte haben als der Rest.
  • Maschinenware: Maschinell gefertigte Teppiche werden manchmal mit „Punkten“ pro Quadratmeter beworben. Diese Angabe ist mit den Knoten eines handgeknüpften Teppichs nicht vergleichbar. Ob Ihr Teppich handgeknüpft ist, erklärt der Ratgeber Echten Perserteppich erkennen.

In welchen Einheiten wird die Knotendichte angegeben?

Im deutschsprachigen Handel wird die Knotendichte meist in Knoten pro Quadratmeter angegeben. Daneben gibt es regionale Feinheitsangaben wie Raj bei Täbris-Teppichen und La bei Nain-Teppichen, die keine direkte Knotenzahl pro Fläche sind.

  • Knoten pro m²: die gängige Angabe auf Zertifikaten und Rechnungen im deutschsprachigen Raum.
  • Knoten pro dm²: das Zwischenergebnis Ihrer Zählung; mal 100 ergibt die Angabe pro m².
  • Knoten pro Quadratzoll: im englischsprachigen Raum verbreitet, oft als KPSI abgekürzt. Ein Quadratzoll entspricht rund 6,45 cm²; mit etwa 1.550 multipliziert ergibt sich grob die Zahl pro m².
  • Raj: eine Feinheitsangabe, die vor allem bei Täbris-Teppichen verwendet wird. Gemeint ist üblicherweise die Zahl der Knoten auf einer kurzen Strecke von etwa 7 cm. Je höher die Raj-Zahl, desto feiner die Knüpfung. Mehr dazu im Ratgeber Täbris-Teppich: Wert und Echtheit.
  • La: eine Qualitätsangabe bei Nain-Teppichen, etwa 4La, 6La oder 9La. Sie bezieht sich auf die Zahl der Einzelfäden, aus denen der Kettfaden gedreht ist – je kleiner die Zahl, desto feiner der Teppich. Mehr dazu im Ratgeber Nain-Teppich: 4la, 6la, 9la.

Raj- und La-Angaben lassen sich nicht exakt in Knoten pro Quadratmeter umrechnen und werden in Inseraten nicht immer korrekt verwendet. Auch hier lohnt die eigene Zählung als Gegenprobe.

Wie wichtig ist die Knotendichte für den Wert?

Die Knotendichte ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal, entscheidet aber nicht allein über den Wert. Ein fein geknüpfter Teppich in schlechtem Zustand kann weniger wert sein als ein gröber geknüpftes Stück aus einer gesuchten Provenienz, also Herkunftsregion.

Gröber geknüpfte Teppiche sind nicht automatisch minderwertig. Viele Nomaden- und Dorfteppiche, etwa Gabbeh, sind traditionell vergleichsweise grob geknüpft und werden für ihre kräftige Wolle, ihre Farben und ihren Charakter geschätzt. Sie an der Knotendichte eines feinen Stadtteppichs zu messen, führt in die Irre.

Für den Wert zählen neben der Knotendichte vor allem:

  • Provenienz und Werkstatt
  • Material und Qualität der Wolle oder Seide
  • Zustand von Flor, Kanten und Fransen
  • Alter
  • Farben, Zeichnung und Gesamtwirkung
  • Größe und aktuelle Nachfrage

Wie wir diese Faktoren zusammen gewichten, zeigt die Seite So bewerten wir.

Wie hilft ein Foto der Rückseite bei der Bewertung?

Ein scharfes Foto der Rückseite zeigt Knüpfart, Knotendichte, Reparaturen und Hinweise auf Jufti-Knoten. Deshalb gehört es zu den drei Fotos, die wir für die Onlinebewertung brauchen.

So gelingt das Foto: Legen Sie den Teppich mit der Rückseite nach oben, fotografieren Sie ihn einmal ganz und machen Sie zusätzlich eine Nahaufnahme der Knoten. Tageslicht ohne Blitz macht die Struktur am besten sichtbar. Liegt bei der Nahaufnahme ein Lineal mit im Bild, lässt sich die Dichte auch auf dem Foto gut nachvollziehen.

Die Ersteinschätzung erhalten Sie tagsüber in der Regel innerhalb weniger Stunden, das schriftliche Wertgutachten mit Marktwert und Wiederbeschaffungswert meist innerhalb eines Tages. Die Onlinebewertung kostet 99 € Festpreis inkl. MwSt.

Von unseren Teppichexperten

Inhabergeführtes Hamburger Familienunternehmen, seit 1968 im Teppichhandel. Spezialisiert auf Orient- und Perserteppiche – wir bewerten Teppiche jeder Art, unabhängig und nachvollziehbar.

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Häufige Fragen

Wie berechne ich die Knotendichte eines Teppichs?

Zählen Sie auf der Rückseite die Knoten auf 10 cm Breite und die Knotenreihen auf 10 cm Länge. Beide Zahlen multipliziert ergeben die Knoten pro Quadratdezimeter, mal 100 die Knoten pro Quadratmeter.

Warum zählt man auf der Rückseite?

Auf der Rückseite sind die einzelnen Knoten als kleine Erhebungen sichtbar, während der Flor sie auf der Vorderseite verdeckt. Deshalb lässt sich dort genauer zählen.

Was ist eine gute Knotendichte?

Eine allgemeingültige Grenze gibt es nicht. Was als fein gilt, hängt von der Provenienz ab: Ein Nomadenteppich ist traditionell gröber geknüpft als ein feiner Stadtteppich und kann trotzdem sehr gefragt sein.

Was bedeutet Raj bei Täbris-Teppichen?

Raj ist eine im Handel übliche Feinheitsangabe für Täbris-Teppiche. Gemeint ist üblicherweise die Zahl der Knoten auf einer kurzen Strecke von etwa 7 cm; je höher die Zahl, desto feiner der Teppich.

Was bedeutet 4La bei einem Nain?

La bezieht sich auf die Zahl der Einzelfäden, aus denen der Kettfaden gedreht ist. Je kleiner die Zahl, desto dünner die Kette und desto feiner kann geknüpft werden; 4La gilt deshalb als feiner als 6La oder 9La.

Ist ein Teppich mit hoher Knotendichte automatisch wertvoll?

Nein. Die Knotendichte ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal, aber Provenienz, Material, Zustand, Alter, Design und Nachfrage beeinflussen den Wert ebenso.

Hat ein maschinell gefertigter Teppich auch eine Knotendichte?

Maschinenteppiche werden manchmal mit „Punkten“ pro Quadratmeter beworben. Diese Angabe ist mit der Knotendichte eines handgeknüpften Teppichs nicht vergleichbar.

Bevor Sie verkaufen: Wert kennen.

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