- Keshan-Teppiche stammen aus der Stadt Kashan in Zentraliran und gelten traditionell als fein geknüpft.
- Typisch sind ein Medaillon auf rotem Fond, persische Knoten und ein Flor aus guter Wolle.
- Viele gängige Keshan erzielen heute weniger als ihr früherer Kaufpreis; feine, gut erhaltene Stücke bleiben gefragt.
- Das Keshan-Muster wird oft nachgeknüpft und maschinell kopiert – der Name allein belegt nicht die Herkunft.
Inhalt
- Was ist ein Keshan-Teppich?
- Woran erkenne ich einen Keshan-Teppich?
- Welche Qualitäten und Varianten gibt es beim Keshan?
- Welche Faktoren bestimmen den Wert eines Keshan-Teppichs?
- Echter Keshan oder Nachahmung?
- Pflege und Zustand: Worauf Sie bei einem Keshan achten sollten
- Keshan verkaufen oder versichern – so gehen Sie vor
Was ist ein Keshan-Teppich?
Ein Keshan-Teppich ist ein handgeknüpfter Teppich aus der Stadt Kashan und ihrem Umland in Zentraliran, gelegen zwischen Ghom und Isfahan. Im deutschen Handel ist die Schreibweise „Keshan“ üblich. Keshan-Teppiche gelten traditionell als fein geknüpft und aus guter Wolle gefertigt.
Kashan ist seit Jahrhunderten für sein Kunsthandwerk bekannt, etwa für Textilien und Keramik. In der Safawidenzeit (16. und 17. Jahrhundert) gilt die Stadt als eines der Zentren, in denen feine Seiden- und Wollteppiche entstanden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlebte die Teppichknüpfung in Kashan einen neuen Aufschwung, auch für den Export. Gut erhaltene Stücke aus dieser Zeit sind bei Sammlern bis heute gefragt.
In Deutschland ist „Keshan“ eine der bekanntesten Bezeichnungen für Perserteppiche überhaupt. Gerade deshalb lohnt ein genauer Blick: Unter dem Namen finden sich feine persische Stücke ebenso wie einfache Nachknüpfungen und maschinelle Kopien.
Woran erkenne ich einen Keshan-Teppich?
Der klassische Keshan zeigt ein Zentralmedaillon mit passenden Eckstücken auf rotem Fond, umgeben von dichtem floralem Rankenwerk und einer meist dunkelblauen Bordüre. Diese Komposition ist so bekannt, dass sie vielen als „typischer Perser“ gilt.
- Muster: Medaillon mit Eckstücken und Blütenranken; daneben florale Allover-Muster (ein Muster, das das ganze Feld ohne Zentrum füllt), Vasen- und Gebetsteppichmuster sowie seltener figürliche Motive.
- Farben: Tiefes Rot als Grundfarbe, dazu Dunkelblau, Elfenbein und Beige. Es gibt auch Keshan mit blauem oder hellem Fond.
- Knoten: Typisch ist der asymmetrische (persische) Knoten, bei dem der Florfaden nur einen Kettfaden ganz umschlingt. Er erlaubt eine feine, klare Zeichnung.
- Material: Flor aus Wolle, oft von guter Qualität mit leichtem Glanz; Kette und Schuss in der Regel aus Baumwolle. Feinere Stücke wurden teils mit sogenannter Korkwolle geknüpft, einer besonders feinen, weichen Wolle. Keshan aus Seide gibt es ebenfalls, sie sind aber seltener.
- Formate: Vor allem gängige Zimmergrößen, Brücken und kleinere Formate; größere Formate kommen ebenfalls vor.
Der Flor eines Keshan ist meist eher kurz geschoren, damit die feine Zeichnung gut zur Geltung kommt. Auf der Rückseite sollte sich das Muster deutlich abzeichnen; die Knoten sind einzeln erkennbar und leicht unregelmäßig – ein Zeichen von Handarbeit. Woran Sie Handarbeit generell erkennen, erklärt der Ratgeber echten Perserteppich erkennen.
Welche Qualitäten und Varianten gibt es beim Keshan?
Keshan-Teppiche gibt es in einer breiten Spanne von Qualitäten. Neben der Feinheit der Knüpfung unterscheiden sie sich vor allem in Alter, Material und Farbgebung.
- Antike Keshan: Stücke aus der Zeit um 1900 und älter. Gut erhaltene, fein geknüpfte Exemplare sind gefragt. Besonders angesehene antike Keshan werden im Handel teils als „Mohtasham-Keshan“ bezeichnet; diese Zuordnung ist allerdings oft schwer zu belegen und sollte nicht ungeprüft übernommen werden.
- Alte Keshan: Stücke aus dem 20. Jahrhundert, von denen viele für den Export geknüpft wurden. Die Qualität reicht von solide bis sehr fein.
- Neuere Keshan: Auch heute wird in der Region geknüpft. Die Qualität schwankt stark; neben feinen Stücken gibt es einfachere, gröber geknüpfte Ware.
- Seiden-Keshan: Teppiche mit Seidenflor oder hohem Seidenanteil. Ob es sich um echte Seide handelt, sollte immer geprüft werden, da auch Kunstseide verwendet wird.
Bei manchen älteren Orientteppichen – auch bei Keshan – wurden die Farben nachträglich durch eine chemische Wäsche abgemildert oder aufgehellt. Eine starke chemische Behandlung kann die Wolle schwächen und spielt deshalb für die Bewertung eine Rolle.
In welche Gruppe Ihr Keshan gehört, lässt sich anhand von drei Fotos – Vorderseite, Rückseite und Knoten – fachkundig einordnen.
Erst den Wert kennen: Drei Fotos senden und beauftragen – die Ersteinschätzung kommt tagsüber innerhalb weniger Stunden, Ihr schriftliches Wertgutachten mit Marktwert und Wiederbeschaffungswert meist innerhalb eines Tages. Festpreis 99 €, anschließend auf Wunsch kostenlose Vermittlung an Käufer.
Welche Faktoren bestimmen den Wert eines Keshan-Teppichs?
Der Wert eines Keshan hängt von Knüpfqualität, Wolle, Alter, Zustand, Format und der heutigen Nachfrage ab. Der bekannte Name allein garantiert keinen hohen Wert.
- Feinheit der Knüpfung: Je dichter geknüpft, desto aufwendiger die Herstellung und desto feiner die Zeichnung.
- Wollqualität: Glänzende, weiche Wolle steigert den Wert; trockene, stumpfe oder brüchige Wolle mindert ihn.
- Farben: Harmonisch abgestufte, gleichmäßige Farbtöne werden höher bewertet als grelle oder fleckig verblasste Farben.
- Alter: Antike Stücke in gutem Zustand können deutlich mehr wert sein. Viele Keshan aus den letzten Jahrzehnten sind dagegen eher solide Gebrauchsware.
- Zustand: Abgelaufener Flor, Mottenfraß, Löcher sowie beschädigte Kanten oder Fransen senken den Wert deutlich.
- Nachfrage: Der klassische rote Keshan mit Medaillon ist sehr verbreitet. Weil das Angebot groß ist, erzielen viele gängige Stücke heute weniger, als sie einst gekostet haben. Besonders feine oder ungewöhnliche Stücke bleiben gefragt.
Deshalb täuscht oft die alte Rechnung: Der damalige Kaufpreis enthielt die Spanne des Händlers und spiegelt die Nachfrage jener Zeit. Für den Verkauf zählt der heutige Marktwert, für die Hausratversicherung der Wiederbeschaffungswert – also das, was ein vergleichbarer Teppich heute im Fachhandel kostet. Mehr dazu im Ratgeber Perserteppich-Wert.
Echter Keshan oder Nachahmung?
Das Keshan-Muster wird in vielen Ländern nachgeknüpft und maschinell kopiert. „Keshan“ auf einem Etikett beschreibt deshalb oft nur das Design, nicht die Herkunft.
- Indo-Keshan: in Indien handgeknüpfte Teppiche im Keshan-Design. Sie sind echte Handarbeit, werden im Markt aber anders bewertet als ein persischer Keshan.
- Nachknüpfungen aus anderen Ländern: Auch in anderen Knüpfländern entstehen Teppiche im Keshan-Stil. Unterschiede zeigen sich häufig in Wolle, Farbstellung und Knüpfstruktur.
- Maschinenteppiche: gewebte Teppiche im Keshan-Design. Typische Hinweise sind ein unscharfes Muster auf der Rückseite, eine auffallend gleichmäßige Struktur, angenähte statt geknüpfte Fransen und manchmal ein Rücken aus Gewebe oder Latex.
Ob ein handgeknüpfter Keshan aus dem Iran stammt oder eine gute Nachknüpfung ist, lässt sich für Laien kaum sicher sagen. Hinweise liefern Knotenart, Rückseite, Material und Farben. Fachleute erkennen die Unterschiede an Details, die sich auf guten Fotos der Rückseite und der Knoten zeigen.
Pflege und Zustand: Worauf Sie bei einem Keshan achten sollten
Ein gut gepflegter Keshan kann Generationen überdauern. Für den Wert ist der Zustand entscheidend – vor allem der Flor, die Kanten und die Fransen.
- Saugen Sie in Florrichtung und ohne rotierende Bürste; die Fransen nicht einsaugen.
- Tupfen Sie Flecken mit klarem Wasser ab, statt zu reiben. Rote Grundfarben können bei falscher Behandlung ausbluten.
- Schützen Sie den Teppich vor direkter Sonne, damit die Farben nicht einseitig ausbleichen.
- Kontrollieren Sie verdeckte Stellen unter Möbeln regelmäßig auf Motten.
- Lassen Sie vor einem Verkauf nichts vorschnell reparieren oder waschen. Ob sich das lohnt, zeigt erst die Bewertung.
Häufige Mängel bei älteren Keshan sind abgelaufene Laufwege, auf denen die Knotenstruktur sichtbar wird, nachgefärbte Stellen und beschädigte Seitenkanten. Fotografieren Sie solche Stellen ruhig mit – das hilft bei einer realistischen Einschätzung.
Keshan verkaufen oder versichern – so gehen Sie vor
Bevor Sie einen Keshan verkaufen oder versichern, sollten Sie seinen heutigen Wert kennen. Nur so vermeiden Sie einen Verkauf unter Wert oder eine falsche Versicherungssumme.
- Fotos machen: ganze Vorderseite, ganze Rückseite und eine Nahaufnahme der Knoten – gern mit dem Handy.
- Anliegen wählen: Verkaufen, Erbschaft, Versichern oder Wert erfahren, dann die Fotos hochladen.
- Online beauftragen: Vorname und E-Mail angeben und die Bewertung für 99 € Festpreis beauftragen.
- Ergebnis erhalten: Die Ersteinschätzung kommt tagsüber in der Regel innerhalb weniger Stunden, das schriftliche Wertgutachten mit Marktwert und Wiederbeschaffungswert meist innerhalb eines Tages.
Typische Fehler, die Sie vermeiden sollten
- Den alten Kaufpreis als Maßstab nehmen – er spiegelt den Markt von damals, nicht den von heute.
- Einen „Keshan“ nur nach dem Etikett einordnen, ohne Herkunft und Qualität zu prüfen.
- Das erste Angebot annehmen, ohne den realistischen Marktwert zu kennen.
- Für die Hausratversicherung den Marktwert ansetzen statt des Wiederbeschaffungswerts.
Haben Sie den Keshan geerbt, finden Sie im Ratgeber Teppich geerbt weitere Hinweise. Wenn Sie verkaufen möchten, vermitteln wir auf Wunsch kostenlos an Käufer aus unserem Netzwerk und helfen beim Inserieren – ohne Provision. Unsere Bewertung hängt nicht davon ab, ob und an wen Sie verkaufen. Mehr dazu unter Perserteppich verkaufen.
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Inhabergeführtes Hamburger Familienunternehmen, seit 1968 im Teppichhandel. Spezialisiert auf Orient- und Perserteppiche – wir bewerten Teppiche jeder Art, unabhängig und nachvollziehbar.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich einen echten Keshan?
Typisch sind ein Medaillon mit Eckstücken auf rotem Fond, persische Knoten, ein Flor aus Wolle und eine Kette aus Baumwolle. Auf der Rückseite muss sich das Muster klar abzeichnen. Ob der Teppich aus dem Iran stammt, lässt sich am sichersten anhand von Fotos der Rückseite und der Knoten beurteilen.
Sind Keshan-Teppiche heute noch etwas wert?
Das hängt stark von Qualität, Alter und Zustand ab. Viele gängige Keshan erzielen heute weniger als ihr früherer Kaufpreis, feine und gut erhaltene antike Stücke bleiben dagegen gefragt.
Was ist der Unterschied zwischen Keshan und Kashan?
In der Sache keiner: Kashan ist die Stadt im Iran, Keshan die im deutschen Handel übliche Schreibweise für die Teppiche von dort.
Was ist Korkwolle?
Korkwolle ist eine besonders feine, weiche Wolle, die im Handel als hochwertig gilt. Sie wird häufig mit feineren Keshan in Verbindung gebracht.
Was ist ein Indo-Keshan?
Ein in Indien handgeknüpfter Teppich im Keshan-Design. Er ist Handarbeit, wird im Markt aber anders bewertet als ein persischer Keshan.
Lohnt sich eine Reinigung vor dem Verkauf?
Nicht immer. Ob sich eine Reinigung oder Reparatur lohnt, sollten Sie erst nach einer Bewertung entscheiden, denn die Kosten können den möglichen Mehrerlös übersteigen.
Was kostet die Bewertung eines Keshan?
Die Onlinebewertung kostet 99 € Festpreis inkl. MwSt. Sie enthält eine Ersteinschätzung und ein schriftliches Wertgutachten mit Marktwert und Wiederbeschaffungswert.