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Provenienz · Heriz

Heriz-Teppich: robust, geometrisch – und was er heute wert ist.

Heriz-Teppiche, auch Heris geschrieben, stammen aus dem Nordwesten Irans und sind für ihre großen geometrischen Medaillons und ihre Strapazierfähigkeit bekannt. Viele liegen seit Jahrzehnten in deutschen Wohnzimmern. Hier lesen Sie, woran Sie einen Heriz erkennen und was seinen Wert bestimmt.

Von den Teppichexperten bei Teppichbewertung.de · seit 1968 im Teppichhandel · Stand: 23.10.2026

Wert vor dem Verkauf ermitteln
Vorderseite eines roten Orientteppichs mit Mittelmedaillon
Auf einen Blick
  • Heriz-Teppiche kommen aus der Region um Heris im Nordwesten Irans, nicht weit von Täbris.
  • Typisch sind ein großes, kantiges Medaillon, kräftiges Rot und Blau sowie eine grobe, sehr robuste Knüpfung.
  • Beim Heriz zählen Alter, Farben und Zustand mehr als die Knotendichte – ältere Stücke wie Serapi sind gesucht.
  • Unser Wertgutachten nennt Marktwert und Wiederbeschaffungswert.
Inhalt
  1. Was ist ein Heriz-Teppich?
  2. Woran erkenne ich einen Heriz-Teppich?
  3. Welche Qualitäten und Bezeichnungen gibt es?
  4. Welche Faktoren bestimmen den Wert eines Heriz-Teppichs?
  5. Echt oder Nachahmung: Woran erkennt man das?
  6. Pflege und Zustand: Was erhält den Wert?
  7. Heriz-Teppich verkaufen oder versichern – so gehen Sie vor

Was ist ein Heriz-Teppich?

Ein Heriz-Teppich ist ein handgeknüpfter Teppich aus der Region um die Kleinstadt Heris in der iranischen Provinz Ost-Aserbaidschan, nicht weit von Täbris. Im Handel steht der Name für kräftige, eher grob geknüpfte Teppiche mit großem geometrischem Medaillon, die als besonders strapazierfähig gelten.

Geknüpft wird nicht nur in Heris selbst, sondern in zahlreichen Dörfern der Umgebung. Die Teppiche entstanden traditionell in Dorf- und Werkstattproduktion; die Muster wurden häufig nach einfachen Vorlagen oder aus der Erinnerung geknüpft. Das erklärt die kantige, kraftvolle Zeichnung, die sich deutlich von den fein gezeichneten Stadtteppichen aus Täbris unterscheidet.

Seit dem späten 19. Jahrhundert wurden Heriz-Teppiche in großer Zahl für den Export nach Europa und Nordamerika geknüpft. Ältere Stücke aus dieser Zeit sind heute bei Sammlern und Einrichtern gefragt. Neuere Heriz-Teppiche sind vor allem solide, langlebige Gebrauchsteppiche.

Woran erkenne ich einen Heriz-Teppich?

Einen Heriz erkennen Sie meist am großen, kantigen Mittelmedaillon, an deutlich abgesetzten Eckstücken und an der geradlinigen, geometrischen Zeichnung. Der Teppich ist dick, schwer und fühlt sich fest an.

  • Muster: Ein großes, oft sternförmig gezacktes Medaillon auf einem Feld mit stilisierten Blüten und Ranken, die in Winkel und gerade Linien übersetzt sind. Die Eckstücke greifen die Form des Medaillons häufig auf. Es gibt auch Stücke mit durchgehendem Muster ohne Medaillon.
  • Farben: Typisch sind ein rost- bis ziegelroter Fond, dazu Dunkelblau, Elfenbein und Akzente in Hellblau, Grün oder Gelb. Daneben kommen Stücke mit blauem oder hellem Grund vor.
  • Knoten: In der Region wird überwiegend der symmetrische, türkische Knoten geknüpft. Die Knüpfung ist vergleichsweise grob – das ist hier kein Mangel, sondern typisch.
  • Material: Flor aus kräftiger Wolle, Kette und Schuss meist aus Baumwolle. Kette und Schuss bilden das Grundgewebe, in das die Knoten eingeknüpft werden.
  • Flor und Gewicht: Mittelhoher, sehr dicht gepackter Flor. Heriz-Teppiche sind schwer und liegen flach und stabil auf dem Boden.
  • Formate: Häufig große Raumformate, oft in eher breiten Proportionen. Daneben gibt es kleinere Stücke, im Handel „Brücken“ genannt, sowie Läufer.

Auf der Rückseite sehen Sie das Muster in kräftigen, etwas groben Konturen. Die einzelnen Knoten sind gut zu erkennen und lassen sich leicht zählen. Abweichungen in der Symmetrie, etwa ein leicht verschobenes Medaillon, sind bei Dorfteppichen normal und kein Fehler.

Typische Fehler bei der Einordnung

  • Jeden roten Teppich mit Medaillon für einen Heriz halten. Ähnliche Aufteilungen gibt es bei vielen Provenienzen, etwa bei Täbris-Teppichen, die jedoch deutlich feiner und geschwungener gezeichnet sind.
  • Die grobe Knüpfung als Zeichen geringer Qualität deuten.
  • Ein altes Etikett oder eine Rechnung mit der Aufschrift „Heriz“ als sicheren Beleg für Herkunft und Alter nehmen.
  • Die Maße schätzen statt messen: Für die Bewertung zählen Länge und Breite ohne Fransen.

Welche Qualitäten und Bezeichnungen gibt es?

Unter dem Oberbegriff Heriz fasst der Handel Teppiche aus mehreren Dörfern und unterschiedlichen Zeiten zusammen. Einige Bezeichnungen begegnen Ihnen dabei besonders häufig:

  • Heriz oder Heris: die allgemeine Bezeichnung für Teppiche aus der Kleinstadt und ihrem Umland. Beide Schreibweisen sind gebräuchlich.
  • Serapi: ein Handelsname für ältere, meist im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert geknüpfte Teppiche aus der Region, oft mit hellerem Fond, weicheren Farben und großzügiger, luftiger Zeichnung. Gut erhaltene Serapi gehören zu den gesuchten Stücken.
  • Bakshaish: nach einem Dorf der Region benannt; meist ältere Stücke mit eigenständiger, oft weniger strenger Zeichnung.
  • Weitere Ortsnamen: Auch Namen wie Gorevan oder Ahar tauchen im Handel auf. Sie verweisen auf Orte in der Region und werden teils als Qualitätsbezeichnung verwendet.

Die Zuordnung ist im Handel nicht einheitlich. Gerade die Bezeichnung „Serapi“ wird gelegentlich großzügig verwendet, um einen Teppich aufzuwerten. Entscheidend ist deshalb nicht das Etikett, sondern was der Teppich tatsächlich zeigt: Alter, Farben, Machart und Zustand.

Welche Faktoren bestimmen den Wert eines Heriz-Teppichs?

Bei einem Heriz zählen vor allem Alter, Farbqualität, Zustand und Größe – die Knotendichte spielt eine kleinere Rolle als bei feinen Stadtteppichen. Ein grob geknüpfter Heriz ist also nicht automatisch weniger wert als ein feiner Teppich anderer Herkunft.

  1. Alter: Ältere Stücke, insbesondere aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, sind deutlich gefragter als neuere Produktion. Im Handel gelten Teppiche meist ab etwa 100 Jahren als antik.
  2. Farben: Klare, harmonische Farben, wie sie mit Naturfarbstoffen entstehen, wirken lebendig und altern schön. Grelle oder ausgeblutete Farben mindern den Wert.
  3. Zeichnung: Eine großzügige, ausdrucksstarke Zeichnung mit gut proportioniertem Medaillon spricht Käufer besonders an.
  4. Zustand: Abgelaufener Flor, Löcher, Mottenschäden, beschädigte Kanten und fehlende Fransen senken den Wert. Bei alten Stücken sind Gebrauchsspuren normal; entscheidend ist, wie viel Substanz erhalten ist.
  5. Größe: Große Raumformate sind beim Heriz typisch und gesucht. Sehr ungewöhnliche Maße können die Käufersuche erschweren.
  6. Restaurierungen: Fachgerechte Reparaturen sind meist unproblematisch, unsaubere Flickstellen oder nachgefärbte Bereiche dagegen ein Minus.
  7. Gesamteindruck: Ein ausgewogenes Farbbild, ein gleichmäßig erhaltener Flor und gerade Kanten machen einen Heriz leichter verkäuflich.

Ob Sie verkaufen oder versichern, macht einen Unterschied. Der Marktwert ist der realistische Verkaufswert heute, der Wiederbeschaffungswert der Preis eines vergleichbaren Teppichs im Fachhandel – wichtig für die Hausratversicherung. Allgemeine Hintergründe finden Sie im Ratgeber Was ist mein Perserteppich wert?

Erst den Wert kennen: Drei Fotos senden und beauftragen – die Ersteinschätzung kommt tagsüber innerhalb weniger Stunden, Ihr schriftliches Wertgutachten mit Marktwert und Wiederbeschaffungswert meist innerhalb eines Tages. Festpreis 99 €, anschließend auf Wunsch kostenlose Vermittlung an Käufer.

Echt oder Nachahmung: Woran erkennt man das?

Das Heriz-Muster wird in mehreren Ländern nachgeknüpft und auch maschinell gewebt. Der Name allein sagt deshalb wenig über die Herkunft.

Besonders verbreitet sind handgeknüpfte Teppiche im Heriz-Design aus Indien, im Handel oft „Indo-Heriz“ genannt. Sie sind solide Gebrauchsteppiche, werden aber in der Regel anders bewertet als ein Teppich aus der Region Heris. Maschinenteppiche mit Heriz-Muster haben keinen Sammlerwert.

Diese Punkte helfen bei einer ersten Einordnung:

  • Rückseite: Handgeknüpfte Teppiche zeigen das Muster auf der Rückseite deutlich, die Knoten sind leicht unregelmäßig. Ein vollkommen gleichmäßiges Raster oder eine Beschichtung sprechen für Maschinenware.
  • Fransen: Echte Fransen sind die Enden der Kettfäden. Angenähte Fransen sind ein Warnzeichen.
  • Abrasch: Leichte, streifige Farbabweichungen im Fond entstehen durch unterschiedliche Färbepartien der Wolle und sind bei Dorfteppichen typisch. Sie sind kein Fehler. Fehlen sie völlig, ist das allein aber kein Beweis für eine Nachahmung.

Ob ein Teppich ein alter Heriz, eine neuere Produktion oder ein Stück im Heriz-Design ist, lässt sich ohne Erfahrung kaum sicher beurteilen. Weitere Hinweise finden Sie im Ratgeber echten Perserteppich erkennen.

Pflege und Zustand: Was erhält den Wert?

Heriz-Teppiche sind robust und vertragen den Alltag gut – doch auch sie verlieren an Wert, wenn Motten, Feuchtigkeit oder falsche Reinigung sie schädigen.

  • Regelmäßig saugen und gelegentlich auch die Rückseite absaugen, um Motten vorzubeugen.
  • Stellen unter Möbeln und in dunklen Ecken kontrollieren – dort fühlen sich Motten wohl.
  • Den Teppich hin und wieder drehen, damit er gleichmäßig abnutzt und ausbleicht.
  • Für die Wäsche einen Fachbetrieb wählen; keine Hochdruckreiniger oder scharfen Mittel verwenden.
  • Kanten und Fransen frühzeitig sichern lassen, bevor kleine Schäden größer werden.

Vor einem Verkauf gilt: nichts überstürzen. Eine Reinigung oder Reparatur lohnt sich nicht in jedem Fall. Lassen Sie den Teppich besser zuerst bewerten und entscheiden Sie dann.

Heriz-Teppich verkaufen oder versichern – so gehen Sie vor

Klären Sie zuerst, ob Sie verkaufen, versichern oder ein Erbe aufteilen möchten – davon hängt ab, welcher Wert für Sie zählt. Gerade große Heriz-Teppiche werden oft im Rahmen eines Nachlasses bewertet; Hinweise dazu finden Sie unter Teppich geerbt.

  1. Fotos machen: die ganze Vorderseite, die ganze Rückseite und eine Nahaufnahme der Knoten. Bei großen Teppichen hilft es, von einem Stuhl oder einer Treppe aus zu fotografieren.
  2. Maße notieren: Länge und Breite ohne Fransen.
  3. Bewertung beauftragen: Unsere Onlinebewertung kostet 99 € und enthält eine Ersteinschätzung sowie ein schriftliches Wertgutachten mit Marktwert und Wiederbeschaffungswert.
  4. Nächste Schritte entscheiden: Auf Wunsch vermitteln wir Ihren Teppich kostenlos an Käufer aus unserem Netzwerk oder helfen beim Inserieren – ohne Provision.

Die Ersteinschätzung erhalten Sie tagsüber in der Regel innerhalb weniger Stunden, das vollständige Wertgutachten meist innerhalb eines Tages. Bei sehr großen Formaten, antiken Stücken oder mehreren Teppichen kann danach ein Termin vor Ort sinnvoll sein; diesen stimmen wir per E-Mail ab. Jetzt Heriz-Teppich bewerten lassen.

Von unseren Teppichexperten

Inhabergeführtes Hamburger Familienunternehmen, seit 1968 im Teppichhandel. Spezialisiert auf Orient- und Perserteppiche – wir bewerten Teppiche jeder Art, unabhängig und nachvollziehbar.

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Häufige Fragen

Was ist ein Heriz-Teppich wert?

Das hängt vor allem von Alter, Farben, Zustand und Größe ab. Eine Pauschale pro Quadratmeter gibt es nicht; gut erhaltene ältere Stücke werden deutlich höher gehandelt als neuere Gebrauchsteppiche oder Teppiche im Heriz-Design.

Ist ein grob geknüpfter Heriz weniger wert?

Nicht unbedingt. Die grobe Knüpfung ist beim Heriz typisch. Für den Wert zählen hier Alter, Farbqualität, Zeichnung und Zustand stärker als die Knotendichte.

Heriz oder Heris – was ist richtig?

Beide Schreibweisen sind gebräuchlich und meinen dieselbe Region im Nordwesten Irans. Im Handel finden Sie beide Varianten.

Was ist ein Serapi-Teppich?

Serapi ist ein Handelsname für ältere Teppiche aus der Heriz-Region, meist aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, mit oft hellerem Fond und großzügiger Zeichnung. Der Begriff wird nicht immer einheitlich verwendet, deshalb lohnt eine fachliche Prüfung.

Woran erkenne ich, ob mein Heriz antik ist?

Im Handel gelten Teppiche meist ab etwa 100 Jahren als antik. Das Alter lässt sich an Farben, Wolle, Machart und Abnutzung abschätzen; dafür braucht es allerdings Erfahrung.

Muss ein großer Heriz vor Ort bewertet werden?

Nein. Der erste Schritt ist immer die Onlinebewertung mit drei Fotos. Ist danach ein Termin vor Ort sinnvoll, stimmen wir ihn per E-Mail ab; er kostet zusätzlich 149 €.

Helfen Sie mir beim Verkauf meines Heriz?

Ja, auf Wunsch vermitteln wir ihn kostenlos an Käufer aus unserem Netzwerk oder helfen beim Inserieren, ohne Provision. Unsere Bewertung hängt nicht davon ab, ob und an wen Sie verkaufen.

Bevor Sie verkaufen: Wert kennen.

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